Schimmel-Schock in Schule: Sporthalle Söhre bleibt bis 2027 dicht

Quelle: hna.de
Von: Katharina Breuning

Undichte Fugen, massiver Schimmelbefall und eine teure Sanierung. Die Sporthalle in Lohfelden bleibt vorerst geschlossen – der Sportverein reagiert verärgert.

Bild © Katharina Meuser

Lohfelden – Nach dem Schimmelbefall in der Sporthalle der Söhre-Schule in Lohfelden hat der Landkreis nun eine umfangreiche Sanierung im Millionen-Bereich angekündigt. Grund für den Schimmel seien undichte Fugen in der Fassade, durch die über Jahre hinweg Feuchtigkeit in das Gebäude eingedrungen sei. Die Halle bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Ein konkreter Zeitplan für die Wiedereröffnung liegt aktuell noch nicht vor. Silke Engler, Erste Kreisbeigeordnete, rechnet mit einer Bauzeit bis 2027. Für die Schüler der Söhre-Schule und die Handballer der HSG Lohfelden/Vollmarshausen bedeutet das vor allem eines: sie müssen während der Sanierungsarbeiten auf andere Hallen ausweichen.

Ursprünglich sollte die rund 50 Jahre alte Halle nach den Sommerferien wieder in Betrieb genommen werden. Doch während der geplanten Sanierungsarbieten war hinter dem Prallschutz an den Wänden Schimmel entdeckt worden. Daraufhin hat der Landkreis sämtliche Arbeiten gestoppt, um der Ursache des Schimmels auf den Grund zu gehen und diesen zu entfernen.

Halle in Lohfelden bleibt vermutlich bis 2027 geschlossen

„Die Fassade muss angepasst werden. Das kann bis zu zwei Jahre dauern“, sagt Engler. Doch nicht nur Fassade und Wände seien eine Herausforderung. Auch das Dach könnte durch die anhaltende Feuchtigkeit im Inneren der Halle in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Entscheidend sei nun, wie sich das Bauklima im Inneren weiter entwickelt. Ob auch das Dach saniert werden muss, werde derzeit von einem Gutachter geprüft, so Engler.

Bevor tatsächlich gebaut werden kann, stehe zunächst eine Phase der Planung und Begutachtung an. Erst wenn diese Schritte abgeschlossen sind, können die eigentlichen Bauarbeiten beginne, so der Landkreis.

„Wir wollen Ruhe haben mit der Halle, deshalb machen wir es jetzt richtig“, sagt Engler. Dass die Sanierung dem Landkreis vermutlich mehrere Millionen Euro kosten wird, sei zwar schmerzhaft, jedoch notwendig.

Die Handballer der HSG Lohfelden/Vollmarshausen sind verärgert

Besonders hart trifft es die HSG. Zwar stehen laut Landkreis vier Ausweich-Hallen zur Verfügung, doch die Lohfeldener Halle sei die einzige im Ort, die wettkampftauglich ist. Für den Verein bedeutet das: Heimspiele sind dort vorerst nicht möglich.

Das sorgt im Verein für Unmut. Markus Radon, Sponsorenbeauftragter der HSG, reagiert verärgert und kritisiert den Umgang des Landkreies deutlich: „Bis heute haben wir nicht offiziell vom Landkreis erfahren, wie es mit der Halle weitergeht“. Er habe das „Elend der Halle“ von Anfang an mitgemacht. Seit Jahren würde dort nur gepfuscht. Besonders ärgerlich findet Radon, dass die öffentlichen Aussagen des Landkreises aus seiner Sicht nicht der Wahrheit entsprechen: „Was in manchen Berichten behauptet wird, ist schlicht falsch und erlogen. Der Zustand der Halle ist dem Landkreis seit Jahren bekannt – und trotzdem ist nie etwas passiert.“

In sechs Wochen beginnt die neue Saison – und der Verein steht ohne Heimhalle da. „Wir haben finanzielle Einbußen“, sagt Radon. Erste Sponsoren seien abgesprungen und auch im Nachwuchsbereich zeige die Hallenschließung Folgen: „Eltern wollen ihre Kinder nicht zum Training in den nächsten Ort fahren“, sagt er. Seinen Frust über den Landkreis bringt er unmissverständlich auf den Punkt: „Der Landkreis ist an allem schuld.“ (Katharina Breuning)